07.01.2010 20:57 (b_k)
Geocaching und OpenStreetMap
Männer brauchen ja immer mal ein neues Spielzeug.
Sogar ich.
Ich hatte schon länger mit
Geocaching [1]
geliebäugelt, hatte mich dort sogar schon ein Jahr lang angemeldet,
aber die billige GPS-Maus zusammen mit
Navigami für mein Bluetooth-Handy
war nicht gut genug geeignet (Navigami erlaubte mir nicht, Zielkoordinaten einzugeben [2]).
Ende September hatte ein Lebensmitteldiscounter ein Auto-Navigationssystem
im Angebot: ein Garmin nüvi 255T (mit TMC-Verkehrsfunkdecoder und Europa-Karte,
für wenig mehr als 100 Euro).
Ich schlug zu.
Ein paar Tage später loggte ich (mit einem Testaccount und in Begleitung einer Bloggerin/Twitterin) meinen ersten Geocache ("Lars vom Mars").
Inzwischen sind wir schon ein Stück weiter ;-)
Bei den nächsten Caches bewährte sich das Gerät doch erstaunlich, aber im Laufe der Zeit stiegen die Ansprüche. Daher gibt es jetzt ein Garmin Oregon 300 [3] als Zweitgerät. (Eine harte Displayschutzfolie ist ein Muß, einen Stift kann man sich aus einem Schokoweihnachtsmannstiel rundschleifen.)
Wegen des Problems, mit Straßenkarten im Wald ziemlich schnell aufgeschmissen zu sein, suchte ich nach Alternativen. Ich fand eine in der seit 2006 im Aufbau befindlichen OpenStreetMap. Das ist eine Wiki-ähnliche Datenbank, in die weltweit inzwischen über 200000 Leute ihre Beträge leisten, und das Datenvolumen kann sich sehen lassen: der gesamte Datensatz (der sogenannte "Planet-Dump") ist nach bzip2-Kompression fast 8GB groß! (Was das für eine XML-Datei bedeutet, kann sich jeder selbst überlegen.)
Im folgenden einfach mal eine Liste von URLs, die ich in der Vergangenheit besucht habe, um Karten für den Garmin zu sammeln:
- angefangen hat alles mit den "Computerteddy"-Karten, da ist sogar eine (testweise, aber gut funktionierende) "routable" Karte von Deutschland (500MB) dabei, die die im nüvi eingebaute problemlos ersetzt (und auch Waldwege enthält)
- EDIT: (wer Höhenlinien toll findet, sollte sich mal die von der Shuttle-Radar-Topography-Mission erstellten SRTM-Daten holen (entpackt 1.7GB).) die sind leider fehlerhaft :(
- ...
Die img-Dateien (vorher entpacken!) packt man am besten auf eine micro-SD-Karte [4], die kann man im schlimmsten Falle aus dem Gerät nehmen, falls es nicht mehr starten will. (Das Oregon kann ab Firmware 3.xx mit mehreren Karten umgehen; das nüvi akzeptiert nur eine gmapsupp.img.)
Sehr zu empfehlen sind die Wikis:
- http://garminoregon.wikispaces.com/ und die für Colorado und eTrex, die dort verlinkt sind
- http://wiki.openstreetmap.org/ hat auch Einträge zum Thema Garmin (u.a. Links auf die "All-In-One"-Karten, in denen man sogar die Bugs "mitnehmen" kann)
- ...
Wie schon gesagt: OpenStreetMap lebt vom Mitmachen. Wer sich erst einmal einen Überblick
verschaffen will, dem empfehle ich neben der Webseite von OSM vor allem das Buch "OpenStreetMap"
von Frederik Ramm und Jochen Topf (den "Ramm-Topf"), erschienen bei Lehmanns Media,
ISBN 978-3-86541-320-8 [5].
Das Buch erklärt die einzelnen Datentypen und Attribute genauso wie die verfübare Software
und die rechtlichen Grundlagen einer "freien" Karte.
Spätestens, wenn man ein paar noch nicht erfaßte Wege findet oder ein offensichtliches
Problem in den Daten (und sei es nur, daß eine Einbahnstraße nicht korrekt eingetragen
ist, oder die Sehenswürdigkeit nebenan ständig mit einem Tippfehler im Namen auf dem
Schirm des Navis erscheint), möchte man mitmachen.
Zu Anfang reicht es, wenn man die Karte bei openstreetmap.org noch einmal genau kontrolliert und bei
OpenStreetBugs per Mausklick einträgt -
irgendjemand wird sich vielleicht im nächsten halben Jahr oder so mal drum kümmern.
Auf die Dauer einfacher und befriedigender ist es aber, wenn man sich ein Programm zur
Offline-Datenbearbeitung besorgt.
Das ist bei mir "Merkaartor" (Version 0.14, erforderlich wegen einer Änderung in der API, [6]).
Die Bedienung ist größtenteils intuitiv (aber auch im Buch beschrieben):
Ausschnitt wählen, Daten abrufen, evtl. Luftbild und GPS-Waypoints und -Tracks [7] dazuladen,
editieren (mit Undo), prüfen, hochladen.
Wichtig: Die Regeln beachten, nur freie Daten eintragen!
Natürlich wird man mit einfachen Dingen beginnen (das Buch gibt dafür Hilfestellung),
für weitergehende Details (Radwege entgegen Einbahnstraßen zum Beispiel) sucht man dann
einfach im Wiki (das auch einen deutschen Teil hat).
Im Zweifel kann man immer noch einen openstreetbug eintragen, oder im Forum nachfragen.
Was mich am Anfang erstaunt hat: neu eingetragene Objekte erschienen schon nach wenigen Minuten auf den Online-Karten!
In den letzten Tagen habe ich Bushaltestellen nachgetragen, auf dem Campus ein paar Wege und in der
Nachbarschaft ein ganzes Institut gemappt (aus Peilungen und im Netz verfügbaren Grundrißzeichnungen :) [8]).
Sogar Brücken und Treppen kann ich schon :-)
Am Wochenende (wenn wie versprochen Daisy hier vorbeikommt) werden die Skier untergeschnallt und eine
abgebaute Hochspannungsleitung erfaßt (das wäre die erste größere Löschung).
...
(wird bei Bedarf ergänzt [9])
Fußnoten:
[1] Schnitzeljagd für Große, mit technischen Hilfsmitteln.
GPS-Signale sind erst seit 2000 von systematisch eingebauten Fehlern ("selective availability") frei,
und genau seit 2000 (exakt: Anfang Mai) gibt es Geocaching.
[2] Ich habe versucht, das per Java-Decompiler einzukreisen, und habe die wahrscheinliche Ursache identifiziert.
Leider antwortet der Autor nicht, und der Quellcode ist nicht frei verfügbar :(.
[3] Identisch mit dem 400t, nur ohne Karten.
Mit der Option, die nüvi-Karten innerhalb von 90 Tagen nach Kauf aktualisieren zu können,
hatte ich ziemlich Streß - ich brauchte einen Windows(!)-Rechner mit 15GB freiem Plattenplatz,
und konnte dennoch den ursprünglichen Kartensatz nicht reproduzieren;
außerdem waren anderthalb Jahre alte Veränderungen (neugebaute Brücke etc.) immer noch nicht eingetragen.
[4] 4GB mit Adapter um die 12 Euro, 8GB "nackt" im Sonderangebot für 16 Euro. Tagespeise, sowieso.
[5] Ich verdiene nichts dran, deshalb auch kein Link zu einem Buchladen.
[6] Die letzte Version für Debian Lenny gibt es im Backports-Repository.
[7] Die muß man natürlich auf dem Garmin erzeugen (Handbuch!) und auf den Computer laden.
Den Oregon muß man dafür auf "Garmin Spanner" stellen und als Massenspeicher an den Rechner anschließen.
[8] Auch wenn es verlockend ist, bei Google nachzusehen: Pures Gift!
(Außerdem steht da auch manchmal ganz schöner Unfug drin:
Firmenzuordnungen, die 300 Meter daneben liegen, kommen schon mal vor.
Über Straßennamen, die von im Graben liegenden Baustellenschildern abgelesen wurden,
könnte ich auch Geschichten erzählen... "Zu der Hausern"...)
[9] Fragt einfach!
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26.08.2009 14:59 (b_k)
Mein Twitter-Setup
Es ist nicht zu leugnen: Twitter ist eines meiner wichtigsten Kommunikationsmittel geworden.
Leider gibt es aber den idealen Twitter-Client für mich nirgendwo.
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26.08.2009 14:30 (b_k)
Lebenszeichen
Ich bin noch da.
Vor allem auf Twitter, ein bißchen auch im Schilddrüsenforum, und manchmal lese ich sogar in meinen Lieblingsblogs mit.
Es hört sich doof an, aber mich mit anderen auszutauschen gibt mir in der Regel mindestens so viel Kraft zurück,
wie mich das kostet.
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19.07.2009 21:05 (b_k)
Buchtipps, anyone?
It's the time of the year - ein Großteil der Pflicht ist erfüllt, und es steht Urlaub an. Für den Anfang erst mal eine Woche - komplett ohne Internet, wahrscheinlich sogar ohne Handynetz (ja, sowas gibt's noch!). Statt dessen mit dem, was die 2.0-Freaks abschätzig als "Totholz" bezeichnen.
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17.07.2009 22:44 (b_k)
Twittencatchen
Twitter ist manchmal fürchterlich langweilig. So langweilig, daß 90% aller Gelegenheitstwitterer den ersten Monat nicht durchhalten.
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Warum? - Muß es für alles Gründe geben?Schwarze Tasten? - Ich liebe Musik, vor allem Klavier. / Und ich habe meine dunklen Seiten.
Alles wird gut? - Ja. / Es dauert nur etwas länger. / Aber es lohnt sich zu warten.
Überdies:
Ich schreibe mein HTML noch selbst, mit vi und mc als Editor. Und das ist gut so. Wann kann man schließlich noch so viel lernen, über HTML, (ba)sh, und Unix/Linux überhaupt?Es war eine bewußte Entscheidung gegen die gängigen Blogsysteme wie Wordpress, Blogger/Blogspot, Twoday etc..
Auch wenn das Ergebnis weniger spartanisch ausgefallen ist als die Referenz :) - "Proudly made without PHP, Java, Perl, MySQL and Postgres" ist auch dies!
Gutes woanders
BIHKAL: (Die Reihenfolge ergibt sich aus der Zeit des Entdeckens und stellt keine Wertung dar!)BIHKAL = Blogs I Have Known And Loved, mit einer Verbeugung vor Ann & Alexander Shulgin und ihren Büchern PIHKAL und TIHKAL